Freistudentenbewegung und Allgemeine Studentenausschüsse

Zum Ende des 19. Jahrhunderts entstanden unter dem Einfluss der Jugendbewegung an vielen Universitäten Freistudentenbewegungen, die sich in so genannten Finkenschaften oder Freistudentenschaften zusammenschlossen. Als Gesamtverband der deutschen Freistudenten wurde im Jahre 1900 die Deutsche Freie Studentenschaft gegründet. Die Freistudentenschaften sahen sich satzungsgemäß als Vertreterinnen der gesamten nicht-korporierten Studentenschaft, beschränkten ihren Vertretungsanspruch daher nicht nur auf die eigenen Mitglieder. Die Korporationen verlangten dagegen, den nichtkorporierten Studenten ein Wahlrecht zuzugestehen, von welcher Gruppe sie vertreten werden wollen.

In der Folgezeit entstanden aber durch die Zusammenarbeit von Hochschulverwaltungen, Korporationen und Freistudentenorganisationen auch die ersten Allgemeinen Studentenausschüsse (AStA). Einige von ihnen bildeten 1905 einen kurzlebigen Verband Deutscher Hochschulen, der für alle Studenten verbindliche Ausschüsse auf parlamentarischer Grundlage forderte, aufgrund seiner Verwicklung in den Akademischen Kulturkampf aber bald wieder zerbrach.

Die aus Kompromissen der beteiligten Gruppen entstandenen frühen Allgemeinen Studentenausschüsse existierten jedoch häufig nur für kurze Zeit; erst nach dem Ersten Weltkrieg kam es zu einer neuerlichen Gründungswelle, die 1919 in der Schaffung der Deutschen Studentenschaft gipfelte.

Weimarer Republik