Nationes

Im Mittelalter gliederte man die Gesamtheit (universitas) der Professoren und Studenten einer Hochschule nach Gebieten ihrer Herkunft: z.B. an den frühen Universitäten in Ravenna, Bologna und Padua, aber auch in Paris.

Diese Zusammenschlüsse wurden nationes genannt, hatten aber weder mit den späteren Nationalstaaten noch einer nationalen Haltung zu tun. Sie dienten wie Gilden dem Schutz ihrer Mitglieder und waren wiederum in Korporationen unterteilt. So genossen die „deutschen“ Studenten in Orleans den Schutz des deutschen Königs und durften mit dem Degen bewaffnet sein.

Anfangs richtete sich ihre territoriale Einordnung nur nach den vier Himmelsrichtungen. So gehörten die Nord- und Osteuropäer an der Universität Paris zur "englischen" Nation. Dazu gab es die normannische, pikardische und gallische Nation. An der Universität Prag, der ersten Universität im Heiligen Römischen Reich, gab es die böhmische "Landsmannschaft" für Deutsche und Tschechen, daneben eine bayerische, polnische und sächsische Abteilung. Die Mitglieder der Universität schlossen sich der „Nation“ an, die ihrer Herkunft am ehesten entsprach.

Bursen