Die Urburschenschaft

Innerhalb der frühen Corps regten sich bald Bestrebungen, die landsmannschaftliche Gliederung der Studenten an den Universitäten abzuschaffen und alle Studenten („Burschen“) in einer einheitlichen "Burschenschaft" zusammenzuführen. Auch in der Politik sollte die Kleinstaaterei zugunsten eines vereinten Deutschlands abgeschafft werden. Protagonisten dieser Ideen waren zum Beispiel „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn, Ernst Moritz Arndt, Johann Gottlieb Fichte und Jakob Friedrich Fries.

Schon kurz nach den Befreiungskriegen gründete sich am 1. November 1814 in Halle (Saale) eine Teutonia, die noch stark in den landsmannschaftlichen Traditionen der frühen Corps verwurzelt war. Sie verwendete zwar noch nicht die Bezeichnung "Burschenschaft", verfolgte aber schon ähnliche Ziele und stellte sich bereits gegen den Senioren-Convent (SC) der Corps. Aus ihr entwickelte sich in den kommenden Jahren die "teutonische Bewegung", die zur Gründung ähnlicher Zusammenschlüsse an anderen deutschen Universitäten führte. So gründete sich in Gießen mit ähnlichen Zielen der Teutsche Lesegesellschaft. Einige dieser Verbindungen wandelten sich aber im Laufe der Zeit wieder in Corps um und traten dem jeweiligen SC bei. Andere existierten parallel zu den Burschenschaften und schlossen sich später der Burschenschaftsbewegung an.

Die Urburschenschaft (Teil 2)